Berlin/Freiburg. Anlässlich des bundesweiten Ehrentags des Bundespräsidenten am Tag des Grundgesetzes weist der Deutsche Caritasverband darauf hin, dass freiwilliges, soziales Engagement starke Strukturen freier Träger und verlässliche finanzielle Förderung braucht und durch politische Gängelung und bürokratisches Misstrauen leidet. Mit mehr als 25.000 Einrichtungen und Diensten, in und mit denen etwa 500.000 ehrenamtlich Mitarbeitende aktiv sind, ist die Caritas bundesweit Solidaritätsstifterin und Magnetfeld freiwilligen Engagements. Sie versteht sich als "Mutmach-Raum" in einer sozial engagierten Zivilgesellschaft - nicht zuletzt auch für jährlich 12.000 Freiwilligendienstleistende.
Das Zusammenwirken von beruflich und freiwillig Engagierten gehört zur DNA der Caritasarbeit. "Das freiwillige, soziale Engagement ist unverzichtbar für eine lebendige Kultur der Nächstenliebe. Die vielen Freiwilligen prägen mit ihren Ideen und Impulsen die Innovationskraft der Caritas. Die professionellen Strukturen des Verbandes sind der Möglichkeitsraum, in dem sich das bürgerschaftliche Engagement entfalten und für ganz unterschiedliche, soziale Aufgaben wirksam werden kann. Wenn die Strukturen geschwächt werden und die beruflich Verantwortlichen durch Finanznöte und Organisationsfragen überlastet sind, geht die Anziehungskraft für neues Engagement schnell verloren", so Welskop-Deffaa mit Verweis auf die aktuellen Spardebatten. Das Zusammenwirken von Haupt- und Ehrenamt sei Voraussetzung funktionierender sozialer Daseinsvorsorge.
Engagement-Förderung dürfe nicht mit Misstrauen betrachtet werden, so die Caritas-Präsidentin weiter. "Zivilgesellschaftliches Engagement trägt unsere Gesellschaft und Demokratie in einer Zeit, in der die Angriffe auf die freiheitliche Ordnung von innen und außen spürbar heftiger werden. Wenn Menschen ehrenamtlich in Bahnhofsmissionen Reisenden helfen und Wohnungslosen Kaffee ausschenken, wenn sie im Hospiz Sterbende begleiten oder sich als Sprach- und Lesepaten für Geflüchtete engagieren, stärken sie den gesellschaftlichen Zusammenhalt - gegen Gleichgültigkeit und Verrohung." Zu komplexe Antragsverfahren, ausufernde Dokumentationspflichten und befristete Projektförderungen binden wertvolle, zeitliche Ressourcen und erschweren die kontinuierliche, soziale Arbeit vor Ort.
Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Krisen und wachsender Unsicherheiten wird sichtbar, wie wichtig freiwilliges Engagement für Demokratie, Frieden und sozialen Zusammenhalt ist. Wohlfahrtsverbände wie die Caritas schaffen dafür die notwendigen Räume, Kontakte und Strukturen. Sie vermitteln Aufgaben, bieten Ehrenamtlichen fachliche Weiterbildung und sorgen dafür, dass das Engagement langfristig wirksam bleibt - als unverzichtbarer Anker für das bundesweite Ehrenamt. 70 Prozent der freiwillig Engagierten geben an, ihre Aufgaben im nächsten Jahr uneingeschränkt fortsetzen zu wollen. "Für die Sichtbarkeit des sozialen Engagements und für die Stärkung einer Kultur der Freiwilligkeit ist der Ehrentag des Bundespräsidenten ein großartiger Impuls; die Caritas wünscht sich sehr, dass aus der Idee eine lebendige Tradition wird", unterstreicht Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa.
