Im Rahmen des Projekts zur Stärkung der politischen Beteiligung armutsbetroffener Menschen in Castrop-Rauxel wurden zahlreiche Gespräche, Austauschrunden und Beteiligungsformate durchgeführt. Im Projektverlauf wurden wöchentlich politische Stammtische angeboten. Diese bildeten einen zentralen Baustein zur Förderung der politischen Beteiligung und zum niedrigschwelligen Austausch über sozial- und kommunalpolitische Themen.
Die Stammtische wurden in einer einladenden Atmosphäre durchgeführt, die durch eine regelmäßige Bewirtung mit Kaffee und Gebäck zusätzlich zur Offenheit und Geselligkeit beitrug. Diese informellen und zwanglosen Rahmenbedingungen ermöglichten es den Teilnehmenden, sich ohne Hemmungen und in entspannter Weise auszutauschen, was das Vertrauen in die Veranstaltung und den Dialogprozess förderte.
Die politischen Stammtische entstanden nicht isoliert, sondern knüpften bewusst an bereits bestehende und gut angenommene Angebote an. Dazu gehörten unter anderem die Suppenküche, Sprachkurse, das Internationale Frauenfrühstück im Fachbereich Migration und Integration sowie Ausgabestellen der Tafel. Durch die Anbindung an diese vertrauten Orte konnten Hemmschwellen abgebaut und Menschen niederschwellig erreicht werden, die klassische Beteiligungsformate häufig nicht wahrnehmen.
Ein besonders wichtiger Aspekt der Stammtische war die Teilnahme von verschiedenen politischen und gesellschaftlichen Akteuren, die den Dialog zwischen den armutsbetroffenen Menschen und der Politik förderten. So waren regelmäßig Kommunalpolitiker*innen, der Landrat, Mitglieder des Integrationsrats, die Sozialdezernentin sowie der Bürgermeister anwesend, um sich direkt mit den Anliegen der Teilnehmenden auseinanderzusetzen und auf ihre Fragen und Anliegen einzugehen. Auch die politische Vielfalt der eingeladenen Parteien trug zu einem breiten Diskurs bei. Vertreter*innen der CDU, SPD, FDP, Die Linke und der Grünen wurden gezielt eingeladen, um unterschiedliche Perspektiven und Lösungsansätze zu diskutieren.
Das Motto "Reden. Zuhören. Handeln. - Nah dran an Politik" sollte den Fokus darauflegen, dass politische Beteiligung nicht nur in theoretischen Debatten stattfindet, sondern auch in konkreten, greifbaren Handlungen. Es ging darum, den Teilnehmenden das Gefühl zu geben, gehört zu werden, ihre Anliegen offen aussprechen zu können und auf konkrete politische Schritte hinzuwirken.
Fazit und Ausblick
Das Projekt hat gezeigt, dass politische Beteiligung armutsbetroffener Menschen gezielte Ansprache, Vertrauen und verlässliche Strukturen benötigt. Die geschilderten Problemlagen Wohnraummangel, unzureichende Sprachförderung, steigende Lebenshaltungskosten, lange Bearbeitungszeiten, digitale Hürden und fehlende nachhaltige Arbeitsmarktperspektiven verdeutlichen den dringenden Handlungsbedarf auf kommunaler und überregionaler Ebene.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass Beteiligung wirksam sein kann, wenn Menschen ernst genommen und aktiv einbezogen werden. Der geschaffene Raum für Austausch und Mitwirkung hat nicht nur konkrete Anliegen sichtbar gemacht, sondern auch ein Stück Hoffnung und Selbstwirksamkeit vermittelt.
Für die Zukunft gilt es, diese Ansätze zu verstetigen, politische Entscheidungsträger kontinuierlich einzubinden und nachhaltige Beteiligungsformate zu etablieren, damit die Stimmen armutsbetroffener Menschen dauerhaft Gehör finden und in politische Entscheidungsprozesse einfließen.
In der vergangenen Woche fand an der Hochschule Düsseldorf die Veranstaltung "Mitreden, Mitgestalten, Mitentscheiden - Einblick und Ausblick in die Förderprogramme zur Stärkung politischer Beteiligung armutsbetroffener Menschen des Landes NRW" statt.
Im Rahmen dessen gab es einen "Markt der Möglichkeiten", bei dem der Caritasverband das Projekt "Politische Stammtische" vorgestellt hat und sich über viele Rückmeldungen freuen konnte.
